Montag, 30. September 2013

Weiter geht's....

Ja ich weiss, ich halte euch nicht gerade auf dem Laufenden und deshalb werde ich die ersten paar Wochen sehr kurz fassen (oder es zumindest versuchen). :)

Meine ersten Tage in Australien waren voll von Regen und orkanartigen Windstössen, neuen Leuten deren Namen ich mir nicht merken konnte und Sausages (allein in der ersten Woche hatte ich das Vergnügen 4 Mal an einem Barbecue teilzunehmen)!

Erste Eindrücke:

  • Häuser isolieren scheint hier Zeit- bzw. Geldverschwendung zu sein. Ich friere mir in meinem Zimmer regelmässig den A... ab. :) 
  • Tomato Sauce ist nicht Tomatensauce sondern Ketchup
  • Kaffeemaschinen scheinen hier nicht zum Haushaltsinventar zu gehören.
  • Australierinnen sind definitiv keine "Gfröörlis" - oder warum tragen die sonst so kurze Röcke?!
  • Auch wenn es Regnet und Stürmt: mindestens einmal am Tag sieht man die Sonne! 


Perth, Skyline 

In der zweiten Woche bin ich mit Martina, dem Mädchen vom Flughafen, nach Rottnest Island gefahren: 
Als ich am Morgen aufstehe und aus meinem Fenster schaue, strahlt mir ein hellblauer Himmel entgegen. Aber leider ist zu dieser Jahreszeit absolut kein Verlass aufs Wetter und so muss die Regenjacke dann halt doch auch in die Tasche. Wie immer kommt der Bus nicht zur rechten Zeit (manchmal zu früh, manchmal zu spät, die Busfahrer haben halt so ihre Launen). Aber vermutlich stört mich das auch nur, weil ich normalerweise in den Genuss von  Schweizer Pünktlichkeit komme. 
Die Insel ist nur über eine Fähre zu erreichen, für die ich ziemlich tief ins Portemonnaie greifen muss. Aber was solls, man ist ja schliesslich nur einmal hier. 
Auf der rot bemalten Fähre findet sich lediglich eine Hand voll Leute zusammen. Da sind Martina und ich, zwei Pärchen die sich einen romantischen Tag machen wollen, ein etwas verschlafen aussehender Fotograf mit drei Taschen voller Ausrüstung und eine Gruppe von australischen Rentnern. 
Eine gut gebaute Frau mit grell rosa Lippenstift und hellblau glitzernden Lidschatten setzt sich neben mich, zückt ihr mit Glitzersteinen besetztes IPhone und macht erstmal ein Selbstporträt von sich. (Auch "selfie" genannt. Ja, die ältere Dame wusste wohl was das ist...für alle die sich jetzt alt fühlen: nicht verzagen, Wikipedia fragen!)

http://en.wikipedia.org/wiki/Selfie 

Leider mussten wir dann feststellen, dass das sie es nicht bei einem einzigen Foto belassen würde. Normalerweise hat man ja nichts dagegen wenn Leute Fotos machen, auch wenn es Selbstporträts sind. Doch die gute Dame versuchte sich immer wieder in eine neue, noch vorteilhaftere Position zu bringen und verursachte dadurch, dass wir auf unsere Bank auf  und ab hüpften wie zwei Wackelpuddings. 
Nach dieser abenteuerlichen Fahrt, die fast zwei Stunden dauerte, hätten wir eigentlich auch wieder nach Hause gehen können, so erschöpft waren wir von dem unfreiwilligen Rumgehopse. 

Doch wir verbrachten dann trotz des Regen einen wunderschönen Tag auf Rottest. Für ein paar Stunden schien sogar die Sonne und wir spazierten am weissen Strand entlang. Im Sommer muss es herrlich sein und ich werde definitiv wieder herkommen, wenn es etwas wärmer ist und ich vielleicht sogar schwimmen oder schnorcheln kann. 







Mittwoch, 18. September 2013

Reise

Vor dem Check-In-Schlater ist es laut und stickig. Eine lange Schlange von verschleierten Frauen und Männern in langen weissen Gewändern steht vor mir. Alle quasseln sehr arabisch und sehr laut durcheinander.Oh Gott, denke ich, die werden alle mit mir in einem Flugzeug sitzen... 
Die Schlange vor mir will und will nicht kürzer werden und ich spüre, wie die Nervosität zunimmt. Ist mein Koffer zu schwer? Bekomme ich meinen noch fehlenden Boarding Pass von Dubai nach Perth auch wirklich? (Ja ich hatte nur einen Boarding Pass für die erste Strecke von Zürich nach Dubai)
Die Zeit verrinnt und die lange Araber-Schlange vor mir wird einfach nicht kürzer. 
Endlich nach einer gefühlten Ewigkeit und ungefähr zehn unterdrückten Wutanfällen, erreichen mein Vater und ich den Schalter. Gott sei Dank, der Koffer ist nicht zu schwer. Aber die Sache mit dem Boarding Pass stellt sich als schwieriger als vermutet heraus. Jedenfalls für die "nette Dame" am Schalter, die definitiv mehr Rouge als Ahnung von ihrem Job hat. Und wieder tickt der Sekundenzeiger unermüdlich vor sich hin und ich warte und warte und warte. Als die "nette Dame" dann schliesslich einsieht, dass sie die Sache mit dem Boarding Pass nicht auf die Reihe bekommen wird, möchte ich ihr meinen fast dreissig Kilo schweren Koffer am liebsten links und rechts um die Ohren schlagen. 
Ich habe jetzt also ein Flugticket zu wenig, noch genau zehn Minuten bis zur Boardingtime und Gate E52 ist ungefähr zwanzig Minuten entfernt. Was für ein toller Start in mein so lang herbeigesehntes Abenteuer^^
Doch schliesslich empfängt mich am Gate E52 eine freundliche, junge Dame, die mir innerhalb von 10 Minuten meinen rettenden Boarding Pass in die Hände drückt und mir dann eine gute Reise wünscht. 

Erleichtert sinke ich auf dem weichen cremefarbenen Sessel nieder, der für die nächsten sechs Stunden mir gehören wird. Erster Eindruck: Gut!Bloss, wie bediene ich das Bildschrimdingsda das vor meiner Nase hängt? Den freundlich lächelnden Japaner, der sich gerade neben mich setzt, getraue ich mich nicht zu fragen. Also warten, ich habe sechs lange und unbequeme Stunden zeit.

Ja, ich habe herausgefunden wie der kleine Fernseher funktioniert und nein, der Japaner hat nicht ein Wort mit mir gesprochen. Nicht einmal, als ich ihn schüchtern frage, ob er in Dubai auch einen Anschlussflug habe. Einzige Antwort: Ein nettes Lächeln und heftiges Kopfnicken. Hat der mich überhaupt verstanden?!? 

In Dubai lasse ich das ganze Sicherheits-Taschenröntgen-Abtastungsverfahren noch einmal über mich ergehen. Gerade als ich meinen Laptop aus meiner überfüllten Tasche zerre, höre ich, wie vor mir jemand Schweizerdeutsch spricht. Ein Mädchen mit blonden Locken und blauen Augen und einem grossen Rucksack steht da und lächelt mich an. Schnell stellt sich heraus, dass sie auch nach Perth fliegt und so habe ich bereits ein nettes "Gspändli", mit dem ich die drei Stunden bis zum Anschlussflug verbringen kann.