Sonntag, 24. November 2013

Wave Rock

Letzten Mittwoch ist Barbaras Freundin Nadine aus der Schweiz gekommen und gleich am ersten Abend mussten wir sie natürlich in die hohe Ausgeh-Kulutr von Perth einführen und was kommt da anderes in Frage als Mustang ;) 
Naja, wir hatten unseren Spass und als natürliche Folge musste ich am nächsten Tag Unmengen von Wasser in mich hinein schütten...
Wie auch immer, am Wochenende fuhren wir mit unserem super-crap-car nach Wave Rock. 


Nach einer witzigen Nacht in Northbridge holen mich Barbara und Nadine von zu Hause ab. Weil unser Auto schon eine ziemlich (sehr) alte Kiste ist, müssen wir ständig darauf achten, dass es nicht überhitzt. 
Um diesem sicherlich unangenehmen Fall entgegenzuwirken, öffnet Barbara jeden Morgen ganz professionell die Motorhaube und füllt eine grünlich schimmernde Flüssigkeit ("cooling liquid") in eine dafür vorgesehene Öffnung. 
Da sie heute bei sich zu Hause keine Zeit mehr gehabt hat, will sie das jetzt bei mir erledigen. Doch noch während ich eine zweite Flasche Sonnencreme in meine Tasche stopfe (just in case, man weiss ja nie), höre ich wie Barbara draussen loszetert und Nadine sich kaputt lacht. Schnell eile ich vor die Haustür und finde Barbara über und über mit grünem "cooling liquid" begossen. 
Ich kann mich jetzt auch nicht mehr halten weil die Arme wie ein begossener Pudel völlig fassungslos dasteht und mir erklärt, dass ihr die ganze Flüssigkeit in Form einer riesigen Fontäne entgegen geschossen ist, als sie den Deckel der Öffnung aufmachen wollte. Uns vergeht das Lachen dann aber schnell, als wir merken, dass das Ganze auch böse hätte enden können, da die grüne Pampe unglaublich heiss werden kann. Aber zum Glück sind die beiden vorher noch nicht lange genug gefahren... (Danke Schutzengel 1) 
Ja, das musste auch mal sein :)

Ja und dann geht es 
loooos! Das Wetter ist perfekt, nicht zu heiss und nicht zu heiss und auch nicht zuuu ... heiss, dank Nadine haben wir jetzt sogar CD's. :) Ohne grosse Zwischenfälle kommen wir nach Hyden, das Dorf (äh Kaff) in der Nähe von Wave Rock. Unterwegs fahren wir an einem unvorstellbar grün-türkisen Salzsee vorbei, vor dem wir uns natürlich sofort fotografisch verewigen müssen... 



 Uuuund weiter geht die Fahrt. In Hyden (geschätzte Bevölkerung: 200) überkommt uns "out of the blue" ein Glace-Heisshunger nachdem wir unser Zimmer bezogen haben. Leider stellt sich das aber als unerwartet schwierig heraus, da das "gigantische shoppingcenter" nur an 3 oder 4 Tagen die Woche geöffnet hat. Doch schliesslich, nach scheinbar endlos langer Suche, finden wir den Gegenstand unseres Begehrens in einer Badi (Auswahl: 3 verschiedene Glaces). 
Unter ständigem Beschuss von riesigen Heuschrecken, bahnen wir uns dann unseren Weg zu Mulka's Cave, um uns dort die Höhlenmalereien anzusehen. Alles  wäre perfekt gewesen, doch die Fliegen und Heuschrecken treiben einen in den schieren Wahnsinn! 

Zitat teacher Craig: "If there was an Olympics for flies, the Australian flies would definitely win!" 

Aboriginal Paintings: Fisch und Halbmond


























Nach der Besichtigung der Höhle, kraxeln wir auf den gigantischen Stein und geniessen eine atemberaubende Aussicht und dank dem starken Wind ein paar wenige "fliegenfreie" Minuten. 




Selbstauslöser-Time :) 

Zurück im Motel gönnen wir uns ein überraschend gutes Abendessen und weil wir so unglaublich müde sind, heisst es dann schon um 22:00 Lichter löschen. Glücklicherweise wissen wir noch nicht, wie froh wir am nächsten Tag um diese Entscheidung sein werden...

Die frühe "naptime" erlaubt es uns nämlich, am Sonntag schon um 8:00 aus dem Bett zu hüpfen. Das Frühstück gönnen wir uns nicht im Motel, da uns 15 Dollar für ein bisschen Müsli und Saft ein bisschen übertrieben dünken (hihi, lustiges Wort). 
Dafür geniessen wir einen warmen Muffin ganz in der Nähe von Wave Rock (im Wave Rock Café, wauw, wie einfallsreich) und machen uns danach auf den Weg  zur Möchtegern-Welle aus Stein. 

porfessional surfers

nein, es gab keins ohne Haare ;)


Den Salzsee, den man auf dem obigen Bild im Hintergrund seiht, wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so gönnen wir uns noch eine angenehme naturpur-Pedicure vor der langen Heimfahrt...



Schlau wie wir sind, fahren wir zuerst noch bei der twon-eigenen Tankstelle vorbei, um uns mit Sprit zu versorgen und unsere Reifen ein bisschen zu pumpen. 
Wir beschliessen, eine etwas andere Route zu nehmen, als beim Hinfahren, um noch das eine oder andere kleine Bauerndorf zu besichtigen. Doch kurz nachdem wir von der verlassenen "Hauptstrasse" auf eine noch verlassenere Nebenstrasse abbiegen, passiert es:
Ein ohrenbetäubend lauter Knall (hat sich angehört als ob es der Urknall wäre), dann enormes Ruckeln und Schütteln für eine halbe Minute, Barbaras Finger die sich krampfhaft ums Lenkrad klammern, Nadines kreischen und ich völlig perplex auf dem Rücksitz. Ja meine Damen und Herren, unser Pneu ist geplatzt! Mitten in der Sch..., im Nirgendwo, Gago, am A...der Welt! 
Nach dem ersten Schock macht sich Erleichterung breit und als wir merken, dass alle noch ganz und heil sind, brechen wir in lautstarkes Gelächter aus. (Danke Schutzengel 2) 
Der crappy car hat es also doch nicht geschafft und uns bleibt nichts anderes übrig, als zu warten, bis ein Auto kommt und Hilfe bringt. Na das kann ja heiter werden. Zum Glück haben wir noch Cracker und Wasser und...halt...müssen wir das jetzt rationieren?!? 


Nein, glücklicherweise nicht! Schon nach fünfzehn Minuten kommt ein netter Farmer vorbeigefahren und bietet uns breitwillig seine Hilfe an. Als Frauen, die absolut keine Ahnung von Vehikeln mit Motor haben, sind wir hellauf begeistert, als der nette Herr einen Ersatzreifen und Werkzeug aus dem Kofferraum zaubert. Doch leider müssen wir feststellen, dass dieser auch nicht mehr besonders viel wert ist, und nach dem unser Helfer in der Not den Reifen fachmännisch montiert hat, meint er, wir sollten damit nicht mehr als 60km/h fahren. 
Leider ist das in Australiens endlosen Weiten besser gesagt als getan und so tuckern wir über 1.5h vor uns hin, bis wir das nächste kleine Dorf erreichen, in der Hoffnung, dort einen Reifen zu finden. 
Doch Fehlanzeige! Es ist Sonntag und natürlich hat nichts ausser der Tankstelle in dem 50-Seelenort geöffnet. 
Doch auch hier lässt uns unser Glück nicht im Stich. Ein freundlicher Truckfahrer telefoniert wie wild in der Gegend herum, mit dem Ziel einen neuen Reifen für uns zu finden. Nach einer halben Stunde des Bangens, hat er es schliesslich geschafft. Ein Mechaniker, der 50km weiter weg wohnt, öffnet seine Garage extra für uns. Nach überschwänglichem Dankeschön geht die langsame Fahrt weiter, bei der wir ständig Angst haben müssen, dass es der Reifen nicht schaffen wird. Doch wir erreichen sicher und erschöpft die genannte Garage und der nette Mechaniker ersetzt uns den Reifen im Nu. 
Danach geht es mit aller Frische weiter und wir erreichen heil und ganz unser zu Hause und unsere Betten :). 

Donnerstag, 14. November 2013

Busselton


So. Ich glaube langsam ist es an der Zeit, ein paar Wochen zu überspringen, zumal der Grossteil der Tage aus langweiliger Schulroutine bestanden hat. Trotzdem gab es das eine oder andere lustige Ereignis...da wären zum Beispiel:


  • Ein nachgespieltes Gerichtsverfahren, bei dem ich mich als Anwältin versuchen durfte. --> Siehe Foto unten. 
  • Ein toller Segelausflug mit Barbara und einem Japaner, der nur spärlich Englisch sprach und überhaupt keine Ahnung hatte, was er auf dem kleinen Segelboot tun sollte, aber alles akribisch auf Video aufgenommen hat. 
  • Eine schmackhafte Tortilla und ein witziger Abend bei den Kataloniern. 
  • Zwei Wochen später ein Rahmschnitzel  und anschliessend ein "Hide and seek" sowie ein Barcelona-Fussballspiel morgens um 3. 
  • Eine - zumindest für mich - wenig erfolgreiche "Golfsession". 
  • Melbourne Cup (ein grosses Pferderennen) mit witzigen Hüten und einem gefährlichen live Rennen an unserer Schule: Aus jeder Klasse mussten ein "Pferd" und ein "Jockey" antreten, die sich ein unerbittliches Rennen auf dem Trottoir vor der Schule lieferten. 
  • Ein mehr oder weniger grosses Schock weil uns die Polizei mit Blaulicht und Sirene verfolgt hat. 
  • Ein Glas "Black-out Sangria" an einer ziemlich wilden Studentenparty. 
  • Ein Hai-Alarm am Strand. 
Darf ich vorstellen: Lawyers Barbara und Simona mit teacher Ibrahim und Craig im Hintergrund :) 
Ja, das wäre glaube ich das Wichtigste... :) Letztes Wochenende sind Barbara und ich dann nach Busselton in den Süden gefahren. Dort hat die Tante (Margaret) ihrer Gastmutter ein tolles, grosses Strandhaus. 
Am Freitag nach unserem allwöchentliche "Double-Wirting" und einem köstlichen "Mixed-Berry-Muffin" gings los. 
Im Auto ist es heiss, weil es den ganzen Morgen auf einem asphaltierten Parkplatz gestanden hat. Aber die Klimaanlage tut ihr Bestes und so verlassen wir schon bald die zivilisierte Gegend um Perth herum und um uns erstreckt sich nichts weiter als beinahe endloses Buschland. Nachdem wir den Radiokontakt nach einer halben Stunde Fahrt verloren haben, müssen die portablen Boxen aushelfen. Das alte Auto tuckert brav vor sich hin und zu unserer Erleichterung meistert es seinen Job problemlos. 
Am Nachmittag erreichen wir schliesslich den kleinen Ferienort, der zu dieser Jahreszeit noch ziemlich verschlafen wirkt. 
Margaret ist ein echter Engel und hat uns ein herziges Zimmer mit Blick aufs Meer vorbereitet. 
Nach einem ersten Bad im glasklaren Wasser und ein bisschen "Sonne tanken", machen wir uns auf den Weg nach Busselton und zum eeeewig langen "Jetty". 






In Busselton buchen wir eine Whlae Watching Tour für am Sonntag und kehren dann zum Haus zurück, um den Sonnenuntergang am Strand und dann schliesslich ein herrliches Abendessen von Margaret zu geniessen. Danach fallen wir beide todmüde in unsere Betten... 




Am nächsten Morgen erwartet uns ein tolles Frühstück, wie ich es schon lange nicht mehr gegessen habe und danach ein morgendliches Bad im kühlen Meer! :)) 
Winery <3
Dann machen wir uns auf den Weg nach Margaret River, ein Dorf etwas weiter im Süden und besichtigen auf dem Weg dorthin eine "Winery" (obwohl keiner von uns eine Ahnung von Wein hat), "Canal Rocks", wo wir zwei wunderschöne Buckelwale zu Gesicht bekommen, einen herrlichen Strand und ein paar kleine Dörfchen, sowie eine Schokoladenfabrik entlang der Küste. 
Winery 

Ab und zu kommen uns meine ein bisschen gar dürftigen Kartenlese-Künste in den Weg, aber alles in allem ein mehr als gelungener Tag! Das Tüpfelchen auf dem i, oder besser "the cherry on top" war ein gigantisches Eis bei Simmo's, wo uns der nette Eisman gleich eine Kugel spendiert hat, nachdem wir ihm erzählen, dass wir aus der Schweiz sind. :) 





Canal Rocks 

Giant Ice Cream :)