Donnerstag, 12. Dezember 2013

Roadtrip: Monkey Mia - Kalbarri

Auch heute soll uns kein gemütliches Ausschlafen vergönnt sein. Monkey Mia ist nämlich berühmt für die Delfine, die sich jeden Morgen in der kleinen Bucht einfinden und es muss wohl nicht gesagt werden, dass wir uns dieses spektakuläre Spektakel nicht entgehen lassen wollen. 
Die Delfine sind wirklich unglaublich, auch wenn wir uns den tollen Moment mit einer Horde anderer Touristen teilen müssen, wobei Connor darauf besteht, dass wir nicht "tourists" sondern "visitors" sind. 

Nach der Fütterung der Delfine, wollen wir eigentlich zum Francois Peron Nationalpark, wagen uns dann aber nur bis zu einer natürlichen heissen Quelle vor, da sich die Strasse danach in eine rote Sandpiste verwandelt, die wir unserem Auto nicht zumuten wollen. Das Bad ist dennoch erste Klasse, auch wenn das Wasser schon beinahe unangenehm warm ist. Bei 34°C Aussentemperatur, hat man das Gefühl, sich langsam aber sicher in ein lebendiges, durchweichtes Marshmallow zu verwandeln, sobald man im heissen Becken sitzt. Nachdem man aber aus dem Wasser steigt und dem unerbittlichen Wind ausgesetzt ist, wechselt der physische Zustand vom Marshmallow zum gefühlten Schneemann. 


Also schnell ins Auto und weiter zu unserem nächsten Stop. In Hamelin Pool bestaunen wir die Stromatoliten, die laut Reiseführer, die ältesten bekannte fossilen Lebewesen der Erde darstellen. Im Vergleich zu den prähistorischen Mikroorganismen, fühlen wir uns Zitat Nadine: "voll jung!". 
Wie es der Zufall will, treffen wir ein paar Schweizer vom "English College", die sich offenbar an denselben Ort verirrt haben Nach einem kurzen "Chat" geht es dann aber auch schon wieder weiter nach Kalbarri, wo wir zu übernachten und am nächsten Tag den Nationalpark zu besichtigen gedenken. 
Vorher wird noch schnell getankt, aber da das Benzin so weit im Norden immer teuerer wird, beschliesst der gute alte Connor kurzerhand, nicht ganz aufzufüllen, was wie sich später herausstellen sollte, eine absolute Fehlentscheidung ist. 
Auf halbem Weg, genauer gesagt 65km vor Kalbarri, müssen wir nämlich feststellen, dass unser Benzin nicht reichen wird. Uns bleibt also keine andere Wahl, als an einer schattigen Einfahrt zu halten und Connor erst einmal mit Vorwürfen zu überschütten. Nachdem sich die Stimmung etwas beruhigt hat, beschliesse wir das nächstbeste Auto das vorbeifährt, exzentrisch winkend und schreiend dazu zu bewegen, anzuhalten (worin wir ja schon Übung haben --> siehe Wave Rock). 
Wir haben Glück. ein junges deutsches Pärchen erklärt sich gern dazu bereit, zwei von uns mit nach Kalbarri zu nehmen. So brechen   Connor und Barbara auf ins Ungewisse und ich halte solange mit Nadine die Stellung beim Bus. Wir stellen uns auf eine lange Wartezeit ein, in der wir:








  • eine Karotte mit Nutella  verspeisen (sehr lecker!),
  • Finger- und Fussnägel lackieren,
  • ein tolles Fotoshooting veranstalten,
  • über Gott und die Welt sprechen.
Doch schon nach 1.5h kehren die beiden in Begleitung eines netten australischen Ehepaars wohlbehalten zurück. Die Australier waren so nett, und haben Barbara und Connor extra wieder zurückgefahren, obwohl die Strecke gar nicht auf ihrem Weg gewesen wäre. 
Ja, Glück im Unglück, würde ich mal sagen und so kann die Fahrt dann ohne weitere Zwischenfälle fortgesetzt werden. Es wird schon langsam dunkel, als wir das windige Kalbarri erreichen, das übrigens als Paradies für Windsurfer gilt. So kommt es, dass unsere kochenden Ravioli vom kleinen Gaskocher gefegt werden und überall auf der Erde verteilt liegen, die Tomatensauce umkippt und der Pasta Gesellschaft leistet und wir Angst haben müssen, dass unser Van umkippt weil er so unglaublich unheimlich ruckelt und zuckelt. 
So verbringen wir fast eine Stunde mit nächtlichem Herumkurven, bis wir endlich einen geeigneten Platz gefunden haben. Da es zu stark windet, um unser Zelt aufzustellen, quetschen wir uns alle in den Van und verbringen - to put it mildly - eine kuschelig warme Sardinen-Nacht. 


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