Mittwoch, 11. Dezember 2013

Roadtrip: Perth - Geraldton

Aller Anfang ist schwer! 
Das gilt auch für den Start unseres so lang herbeigesehnten Roadtrips. Nach einer knappen Stunde Schlaf quäle ich mich aus dem Bett, schultere meinen Rucksack und begebe mich zu "Student Flights" um die Bestätigung für unseren Hippie-Van abzuholen, den wir von einem Drei- zu einem Fünfplätzer umgebucht haben. Zu unserem Dreiergespann hat sich nämlich noch ein Gspändli dazugesellt. Das Gspändli heisst Connor und ist von männlicher, sowie australischer Natur, was uns später am Tag noch behilflicher sein wird als erwartet. 
Mit der "confirmation" in der Hand und einem Brummen im Kopf (am Abend vorher mussten wir natürlich das Ende unseres CPE-Kurses feiern --> siehe Impressionen unten), "catche" ich den nächste Bus nach Vic Park, wo mich der Rest der Truppe schon freudig, aber nicht besonders munter erwartet. Die Autovermietung ist schnell gefunden, doch sobald wir das stickige Büro betreten haben, beginnen sich die Probleme zu häufen. Vor uns am Schalter warten zwei weitere Gruppen darauf, ihren Van abzuholen. Doch leider scheint der Typ hinter dem Schalter mehr Wert auf sein Aussehen als auf Geschwindigkeit und Effizienz zu legen (er sieht aber auch verdammt gut aus) und so dehnt sich die Wartezeit bis zur gefühlten Unendlichkeit aus. 
CPE 4evaaah :) <3 
Endlich an der Reihe, erhält unsere Vorfreude einen weiteren Dämpfer. Wir stellen nämlich fest, dass wir den Van für mindestens sieben tage buchen bzw. bezahlen müssen, was für uns heisst, dass wir das Geld von zwei Tagen zum Fenster bzw. zum Auto herauswerfen können. Als ob das nicht schon genug wäre, muss dann auch noch jeder Fahrer unter 21 eine Gebühr für die Versicherung bezahlen. Da dies für drei von drei Fahrern zutrifft, wird das ein ziemlich teurer "Gspass". 
Nach langem Hin und Her und ein paar Seufzern, die wir den wertvollen Scheinchen hinterher jammern, scheint eigentlich alles geregelt zu sein. 
Doch wir haben uns zu früh gefreut. 
Irgendwie scheint fast die Hälfte der 300 Dollar, die wir als Anzahlung geleistet haben, auf wundersame Weise verschollen und "Wicked Van" nur 170 Dollar erhalten zu haben. Ja...SCH...würde ich mal sagen. Nach mühsamem Herumtelefonieren, genervtem Stöhnen unsererseits, einem Cappuccino und vernichtenden Blicken der Gruppen, die hinter uns anstehen, kommt der "Lamagi" am Schalter zum glorreichen Schluss, dass er uns nicht weiterhelfen kann.(tadaaa) 
Uns bleibt also nichts anderes übrig, als nach dem Roadtrip "Student Flights" um die Rückerstattung unseres Geldes zu bitten. 
Aber im Moment wollen wir allesamt nichts mehr, als losfahren, zumal unser Van der absolute Oberhammer ist! <3 (Connors Meinung nicht inbegriffen) ;) 
Allerdings ist das Ding nicht nur gigantisch was das Aussehen betrifft, und so sind wir mehr als froh, als Connor das Gefährt ohne grosse Mühe aus dem Parkplatz, und nach einem erfolgreichen Grosseinkauf aus der Stadt manövriert. 
Das Wetter ist grossartig, die Stimmung wieder gut und der farbenfrohe Van rollt gewissenhaft Kilometer für Kilometer. Nur bin ich leider so müde, dass ich die erste Hälfte der Fahrt glatt verschlafe und erst aufwache, als wir uns mitten im Nirgendwo durch eine atemberaubende grüne Hügellandschaft schlängeln. 
Nach einer guten Stunde erkennt man am Horizont einen schmalen, blauen Streifen, der immer grösser und grösser wird. 
Meer! Sea! Abkühlung!
Schnell wird entschieden, dass wir alle eine erfrischendes Bad gebrauchen können und so bahnen wir uns unseren Weg durch trockenes Buschland in roter Erde, wobei uns sogar eine kleine Emu-Familie mit ihrem Anblick beglückt! 
Der Strand ist herrlich weiss und das Wasser glitzert hellblau und türkis in der Abendsonne. Ein anstrengendes Wettrennen auf einer weissen Sanddüne und ein paar Fotos später, geht die Fahrt mit aller Frische weiter. 
Langsam wird es dunkel und wir müssen uns Gedanken über einen Schlafplatz machen, da das Fahren in der Nacht nicht ganz ungefährlich ist. 
Zum Glück hat Connor einen Uni-Freund, der in Geraldton, dem nächst grösseren Ort wohnt. Unterwegs halten wir an einer verlassenen Tankstelle, die viel zu sehr an die Kulisse eines Horrorfilms erinnert, um wirklich gemütlich zu sein und geniessen dennoch ein tolles Abendessen, das aus Hackfleisch, Bohnen aus der Dose und halbrohen Kartoffeln besteht. 
Die restliche Strecke bis Gerladton verbringen wir damit, uns lautstark durch Bob Marley's Legend Album zu singen. 
Der Uni-Freund ist ein Nerd und Gamer aus dem Bilderbuch, mit langem, fettigem Haar und einem T-Shirt irgendeiner Heavy-Metal Band. Seine Freunde, die sich alle um einen weissen Campingtisch versammelt haben, sind vom selben Schlag und so verbringen wir einen lustigen Abend mit den australischen "Hinterwäldlern". Als es ums "Pfüsele" geht, sind wir hell begeistert, nachdem wir unser aufklappbares Zelt auf dem Dach entdeckt haben. Und sosinkt einer nach dem anderen in einen mehr oder weniger erholsamen Schlaf.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen